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"Die Rheinpfalz" vom 29.01.2003
   
 

15 zu 13: Knappe Mehrheit für Haushalt

 
  Kaiserslautern-Süd: VG-Rat Kaiserslautern-Süd diskutiert über Umlage-Erhöhung  
  (Beitrag der Rheinpfalz-Mitarbeiterin S. Schütz)  
     
 

15 Ja- und 13 Nein-Stimmen: Mit knapper Mehrheit hat der Haushalt 2003 am Montagabend den Verbandsgemeinderat Kaiserslautern-Süd passiert. Die SPD-Fraktion stimmte komplett mit "nein", die Freien Wähler mit ja", die CDU-Fraktion votierte uneinheitlich.
Zuvor hatten 16 Ratsmitglieder gegen einen SPD-Antrag auf Vertagung gestimmt und zwölf dafür. Die SPD hatte gefordert, noch nach zu beraten, um die Umlage nur um 1,5 statt 2,5 Prozentpunkte anheben zu müssen.

Die Erweiterung der Regionalen Schule Queidersbach belastet weiterhin den Etat der VG Kaiserslautern-Süd. Neben Baukosten fallen eine Kreditaufnahme, Tilgungen und erhöhte laufende Kosten an. Um den Etat auszugleichen, "blieb uns nur übrig, die Umlage zu erhöhen", hatte Bürgermeister Uwe Unnold (FWG) erläutert.
Sie liegt nun bei 36 Prozent (Vorjahr: 33,5)
. Im Verwaltungsetat, der jetzt knapp 4,42 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben aufweist, habe es eine Mehrbelastung von 252.000 Euro gegeben. Ursachen sind laut Unnold etwa erhöhte Kosten für die Regionale Schule Queidersbach (Schuldendienst und laufende Kosten) sowie der Rückgang von Schlüsselzuweisungen um 80.000 Euro. "Wir haben versucht, sämtliche Ausgabenposten zu durchforsten und Einsparpotenziale zu nutzen." So bewegten sich die Personalausgaben trotz des Tarifabschlusses auf Vorjahresniveau, dies sei durch "hausinterne Umstrukturierungen" gelungen.

"Etwas dünner und kleiner" sei der Vermögenshaushalt (940.535 Euro in Ausgaben und Einnahmen) geworden, auch wegen Tilgungszahlungen. Große Brocken bleiben die Regionale Schule (gut 420.000 Euro) und das Feuerwehrhaus Linden (228.000 Euro).Sonst gebe es nur kleinere Positionen, die "zwangsläufig zu vollziehen sind" wie das neue EDV-System zur Friedhofsverwaltung (20.100 Euro) oder die Flachdach-Sanierung am Trippstadter Schwimmbad (15.000 Euro). "Mehr können wir uns nicht erlauben."
Wir alle wissen, das ist eine schwieriges Jahr sagte Willi Mohrhardt (CDU), der Bund und Land für die schlecht Finanzlage verantwortlich machte. "Die staatlicheKostenlawine rollt ungebremst weiter auf uns zu." Im Vermögenshaushalt bleibe vieles Wunschdenken, manch notwendige Investition müsste verschoben werden. "Es werden überwiegend Schulden verwaltet", sagte Mohrhardt, der sich bei der Verwaltung für Transparenz in den Etatberatungen bedankte.

Bernhard Arnold (SPD) vermisste dagegen echten Sparwillen. Mit der Erhöhung der Umlage gleich um 2,5 Prozentpunkte mache es sich die Verwaltung zu einfach. "Die Ortsgemeinden sind das letzte Glied in der Kette, jede Prozentbelastung kostet sie viel Geld." Seine Fraktion habe den Eindruck, der Etat sei unter Zeitdruck entstanden. Die Sparvorschläge der SPD hätten keinen Niederschlag gefunden.
Arnold beantragte, den Tagesordnungspunkt "Haushalt" in den Ausschuss zurück zu verweisen, mit dem Ziel, die Umlage noch um einen Prozentpunkt zu senken. "Ich denke, die 50.000 Euro sind machbar, wir haben schon mindestens 20 Vorschläge gemacht." Arnold kritisierte auch, dass zwar Rückgänge bei Zuweisungen er wähnt würden, aber nicht die 169.000 Euro, die wegen höherer Kosten für die Regionale Schule anfallen.

"Ich verstehe das Gejammer nicht", sagte Kurt Scharmann für die FWG "Der Haushalt wurde mit viel Mühe und Sorgfalt aufgestellt." Es sei nicht Schuld der Verwaltung, dass die Lage schlecht sei. Seit die jetzige VG-Spitze im Amt sei, ziehe sich ein konsequenter Sparwille durch die Verwaltung. "Unsere Sparvorschläge sind in den Wind geschlagen worden. Es gibt keinen ernsthaften Willen zu sparen", entgegnete Gerhard Schmidt (SPD), der "strukturelle Veränderungen" im Etat anregte. Von einer Solidarität mit den Gemeinden sei nichts zu spüren.

"Wir schieben alles aufs schwächste Glied" unterstützte Aloys Edrich (CDU) die SPD-Haltung. "Ein Ansinnen zu sparen darf nicht als Angriff gesehen werden." Er persönlich habe auch den Eindruck, der Haushalt solle durchgeboxt werden. Es seien durchaus Positionen genannt worden, wo gespart werden könne, etwa bei der Kredittilgung. Zuvor hatte der Rat zur weiteren Finanzierung der Regionalen Schule einstimmig dafür gestimmt, einen Kredit über 700.000 Euro aufzunehmen, der auf zehn Jahre jährlich zwei Prozent Tilgung vorsieht. Hans Längin und Werner Scheerer (beide CDU) hatten gefragt, ob nicht ein Prozent Tilgung, was am Ende zwar teurer werde, fürs laufende Jahr Vorteile bringe. Da schiebt man doch nur seine Schuld in die Zukunft", sagte Alois Schmitt (FWG). Werner Scheerer verwies bei der Haushlatsberatung auch darauf, dass manche Ansätze für Einnahmen doch höher sein könnten, etwa bei "Mahngebühren". Dass es dafür auf Grundlage der Ergebnisse aus dem Vorjahr keine Grundlage gebe, erläuterte Matthias Lelle, Leiter der VG-Finanzabteilung. Selbstverständlich würden sinnvolle Sparvorschläge gern angenommen, sagte Kurt Scharmann. Aber nach mehreren Stunden Ausschuss-Beratungen sei eben nichts heraus gekommen. Werner Scheerer forderte die Verwaltung auf, falls es doch Verbesserungen geben sollte, diese an die Gemeinden weiterzugeben. Im Gegensatz zu vier anderen Ratsmitgliedern stimmte er dann doch für den Haushalt.
Bürgermeister Unnold bot an, im Sommer einen Bericht über die Etatentwicklung vorzulegen. (ütz)

 
     
  Hierzu die Meinung der SPD-Fraktion:  
     
 

Leider haben sich unsere Befürchtungen die wir in dieser Sitzung vorbrachten bewahrheitet.

Die Kostenentwicklung ist exorbitant nach oben gegangen, Bürgermeister Unnold, FWG, hat den Überblick über die Finanzen total verloren und so werden die Ortsgemeinden im nächsten Jahr noch mehr bluten dürfen, und müssen so das finanzielle Missmanagement des Bürgermeisters in der VG Kasse ausbaden.

Übrigens, wie im letzten Satz angeboten, hat Bürgermeister Unnold(FWG) natürlich noch keinen Bericht über die Etatentwicklung vorgelegt.

27.10.03 Bernhard Arnold, Fraktionsvorsitzender

 
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